Nachteile der E-Book-Reader
Der E-Reader muss sich gegen das Argument behaupten, dass ein Buch im Gegenteil zu Musik und Film bisher ohne ein funktioniert hat. Verlage erzielen mit E-Books keinen großen Gewinn, da die oben erwähnten Kosten bei den Gesamtausgaben nur einen kleinen Teil abdecken. Wirklich sparen kann auch der Leser in Deutschland beim Kauf von E-Books im Gegensatz zu gedruckten Büchern nicht. In Deutschland hat sich der Börsenverein des deutschen Buchhandels dafür eingesetzt, die verkaufspreisfestlegende Buchpreisbindung auch für digitale Literatur zu übernehmen. Das verhindert Buchflatrates und aggressive Preispolitik mit Discounterpreisen.
Große Nachteile von E-Book-Readern: Gegen die Durchsetzung von E-Readern spricht weiterhin die noch nicht hinreichend beantwortete Frage der Piraterieprävention. Viele Verleger und Autoren befürchten die illegale Verbreitung ihrer Werke, die sich bei anderen digitalisierten Medien längst zu einem existentiellen Problem entwickelt hat. Der derzeitige Kopierschutz, mit einem E-Reader nur eine durch den jeweiligen Hersteller begrenzte Auswahl erwerben zu können, „widerspricht der Alltagserfahrung, dass man jedes Buch von jedem Anbieter lesen kann“. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Verlust des E-Readers die komplette digitale Büchersammlung verloren ist. Unbequem ist für viele Leser das unerlässliche Aufladen des Akkus und der träge Seitenwechsel des schwarzweiß Bildschirmes, der die Darstellung von bewegten und ansehnlichen Bildern total verwehrt, was gegenüber dem analogen Buch sonst ein erheblicher Mehrwert sein kann. Insbesondere für Bildbände und Kinderbücher ist ein E-Reader demzufolge gänzlich ungeeignet.
Zwar verfügen manche E-Reader über einen Ledereinband, aber die beim Lesen nicht unbedeutende „Beschwörung der Aura” über haptische Empfindungen des Umschlags, der Papierqualität oder des Geruchs kann nicht von einem elektronischen Buch imitiert werden.
In den USA zeigte ein Versuch, bei dem ein Bestseller neben der gebundenen Ausgabe im Buchhandel auch kostenlos im Internet angeboten wurde, dass die Leser zur Printversion griffen und eine Verkaufssteigerung von 250% bewirkten.
Die Beobachtungen demonstrieren, dass die Leser über die gegenwärtig verfügbaren Geräte keinen Zugang zum elektronischen Buch besitzen und auf das Altbewährte setzen. Das Lesen digitaler Inhalte könnte jedoch durch einen, für breite Teile der Gesellschaft ansprechenden, E-Reader große Akzeptanz finden und die Verdrängung des gedruckten Buches einläuten.
